"Gripability" - ein innovatives Greifhilfsmittel in der Entwicklung

Auf Hinweis einer unserer Kontaktpersonen wurden wir auf die Neuentwicklung "Gripability" von Herrn Patrick Oeffner aufmerksam gemacht.

Seine Greifhilfe entwickelte er, um verschiedene Werkzeuge zum Malen ergreifen, festhalten und führen zu können und um bei alltäglichen Verrichtungen über mehr Selbstständigkeit zu verfügen. Da es auf dem Hilfsmittelmarkt kein geeignetes Produkt für ihn gab, erfand der 36-Jährige seine eigene automatische Greifhilfe.

Bei "Gripability" wird ein automatisch betriebener Greifer an der Hand oder einem anderen Körperteil des Benutzers adaptiert, so dass der Anwender nach seinen Möglichkeiten größtmögliche Flexibilität im Erreichen und im Umgang mit den Utensilien gewinnt.

Öffnen und Schließen des Greifers steuert der Anwender mit Hilfe einer Schaltung, die individuell auf seine Bedürfnisse angepasst wird. Je nach Art des Handicaps sind verschiedene Lösungen vorstellbar: über Handschalter oder Sensor, auch mittels Sprachsteuerung könnte der Greifer aktiviert werden.

Das Greifsystem wird mit einer mobilen Energieversorgung betrieben. Bei der Druckluftvariante werden die Druckluftspeicher mit einem Kompressor oder einer Fahrradpumpe aufgefüllt. Das Sytem wird am Rollstuhl befestigt und kann überall hin mitgeführt werden.

Voraussichtlich im Frühjahr 2007 wird das System als Hilfsmittel für private Anwender zur Verfügung gestellt werden können.

Gripability: das Leben im Griff - dank Handhabungstechnik

Wer bislang glaubte, dass pneumatische Greifzangen nur für den produktionsorientierten Materialfluss zu gebrauchen seien, muss jetzt umdenken: Patrick Oeffner aus dem Vogelsberg hat ein Greifsystem für Behinderte entwickelt, das vielen betroffenen Menschen das Leben enorm erleichtern kann. Großzügig unterstützt wurde und wird er dabei von dem bayerischen Unternehmen FIPA, einem anerkannten Spezialisten für industrielle Vakuum- und Greifer-Systeme.

Nach einem Unfall vom Hals an gelähmt, suchte der 35-jährige Künstler nach einer Lösung, mit der er seinen Alltag besser bewältigen kann. Über das Internet kam er in Kontakt mit den Handhabungstechnik-Spezialisten von FIPA in Ismaning bei München.

Hier fand er nicht nur die brandneue, gerade einmal 15 g leichte Mini-Greifzange, sondern sofort auch sehr aufgeschlossene Gesprächspartner, die ihm spontan mit Beratung und Produkten halfen, seine Idee eines Greifsystems für behinderte Menschen schnell in die Tat umzusetzen. Bereits nach wenigen Wochen hatte Patrick Oeffner mit Unterstützung von FIPA den Prototypen seines Systems fertig gestellt, dass bereits zum Patent angemeldet ist. Die Steuerung des pneumatischen Greifers kann dabei ganz individuell den Möglichkeiten des Anwenders angepasst werden - per Handschalter (wie bei Patrick Oeffner selbst), per Mund- oder auch Sprachsteuerung.

Schreibgeräte, Trinkgefäße, Besteck und vieles mehr - die FIPA-Greifer mit wahlweise 15 oder 50 g packen's sicher und gefühlvoll: schon die kleine Zange bringt es bei einer Öffnung von 10 mm auf erstaunliche 15 N Haltekraft.

"Bei FIPA habe ich Gesprächspartner gefunden, die mir mit Interesse und Ideenreichtum zur Seite stehen und mir bereits ihre Unterstützung bei der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Systems zugesagt haben", freut sich der 35-jährige Tetraplegiker (so die medizinische Bezeichnung für eine Lähmung unterhalb der Halswirbel). Auf seiner Homepage www.gripability.de können sich Interessierte einen guten Eindruck über Entwicklungsstand und Möglichkeiten seines Systems verschaffen und bei Bedarf ihre eigenen Gripability-Lösungen ordern.

"Für uns ist es wichtig, immer über den Tellerrand industrieller Standard-Anwendungen hinaus zu schauen" beschreibt FIPA-Geschäftsführer Rainer Mehrer die Innovationsphilosophie seines Unternehmens, "und wenn wir dabei zusätzlich die Möglichkeit haben, Menschen zu helfen, erfüllt uns das natürlich mit ganz besonderem Stolz."

Gripability ist Assistive Technology!

Was ist Assistive Technology?

Der Begriff Assistive Technology beschreibt ein Produkt, einen Ausrüstungsgegenstand oder ein Hilfsmittel, welches, egal ob von der Stange gekauft, speziell angepasst oder extra gefertigt, dazu verwendet werden kann, die Selbstständigkeit und die Lebensqualität behinderter Menschen zu verbessern oder zu erhalten.

Der Markt von Hilfsmitteln, welche speziell für einen bestimmten Anwendungsbereich entwickelt und produziert werden, wird immer größer. Wenn ein Hilfsmittel technisch besonders anspruchsvoll ist, bedeutet dies leider allzu oft, dass es wegen der geringen Stückzahlen, die aufgrund der relativ niedrigen Nachfrage, davon gebaut werden, für den Verbraucher, den behinderten Menschen, sehr teuer wird.

Anders verhält es sich bei Produkten bzw. Hilfsmitteln, die sowohl für behinderte Menschen, als auch für nicht-behinderte Menschen einen Nutzen haben. Hier hat die hohe Nachfrage zur Folge, dass diese Produkte zu ganz anderen Preisen produziert und verkauft werden können. Ein weiterer unschätzbarer Vorteil dieser Hilfsmittel ist, dass sie schnell und stetig weiterentwickelt werden.

So können behinderte Menschen in vielen Bereichen von dem rasanten Fortschritt der Technologie profitieren. In Zukunft sollte Entwicklern auf der ganzen Welt bewusster gemacht werden, dass sie bei der Neu- oder Weiterentwicklung ihrer Produkte die Möglichkeiten der Nutzung für Menschen mit Behinderungen berücksichtigen.

Glücklicherweise gibt es zahlreiche Beispiele bei denen dieser Prozess bereits in vollem Gange ist.

Spracherkennung - die Möglichkeiten der Bedienung verschiedenster Geräte durch Sprache, die Eingabe von Text mittels natürlicher Spracherkennung, all dies entwickelt sich derzeit in unglaublicher Geschwindigkeit und kommt insbesondere Menschen mit schwersten Behinderungen zu Gute.

Computertechnologie - auch von dieser Entwicklung profitieren gerade behinderte Menschen in hohem Maße. Die Möglichkeiten alltägliches, selbstständig und selbstbestimmt zu verrichten, verbessern sich hierdurch ständig. Dies gilt sowohl für das Gebiet der Software als auch für die sich ständig weiter entwickelnde Hardware.

Elektronik - hier gibt es unzählige Produkte, welche behinderten Menschen den Alltag erleichtern oder es ihnen ermöglichen selbstständiger zu leben und zu handeln.

Fahrzeugtechnik - auch hier wären außer Regensensoren und Servolenkung viele Beispiele zu nennen, die nicht nur dem nicht-behinderten Verbraucher sondern auch Menschen mit Behinderungen von großem Vorteil sind.

Bei der Entwicklung von Gripability wurde ganz besonders darauf geachtet, Komponenten zu verwenden, welche in ihren ursprünglichen Anwendungsbereichen, in der Industrie, in großer Stückzahl gebraucht werden. Die hohe Nützlichkeit der Bauteile im industriellen Einsatz garantiert außerdem beste Qualität sowie eine schnelle und stetige Weiterentwicklung.

Gripability ist ein Hilfsmittel, welches beispielhaft für den Begriff Assistive Technology steht.

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